fahrraddiebstahl - jedes schloss hat seinen feind.

23.04.2018 11:23 - Alexandra Baum

Der größte Feind des Fahrradfahrers: Diebe und Langfinger, die es auf das geliebte Rad abgesehen haben. Fahrraddiebstahl ist in vielen Großstädten Deutschlands salonfähig geworden.

Die Methoden sind so effizient, dass oft nur wenige Sekunden vergehen bis ein Fahrrad gestohlen wird. Allein in Leipzig wurde im vergangenen Jahr 2017 die magische Grenze von 10.000 gestohlenen Fahrrädern überschritten (laut Kriminalstatistik der Polizeidirektion Leipzig: 105.907). „Jedes zweite Fahrrad in Sachsen wurde 2016 in Leipzig gestohlen“, sagte Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport. Die LVZ berichtete über den vermehrten Anstieg der Fahrraddiebstähle im vergangenen Jahr. Nur ein Bruchteil davon wird überhaupt aufgeklärt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC geht sogar davon aus, dass jedes sechste Rad falsch am Stellplatz gesichert wird. "Lokale Untersuchungen, die als repräsentativ angesehen werden können, zeigen, dass etwa jedes sechste gestohlene Fahrrad ungesichert abgestellt war und dass der Diebstahl aus umschlossenen Räumen (wie Garage, Keller und Verkaufsräume) nur einen sehr geringen Anteil darstellt." Sprich: Begünstigende Faktoren, bei denen sich der Dieb länger mit dem Öffnen des Schlosses beschäftigt, sind nicht nur frei zugängliche Räumlichkeiten, verlassene Plätze, sondern auch eine schlechte Sicherung, sodass die Räder im schlimmsten Falle schnell weggetragen werden können. Ist ein Rad korrekt an einem festen Gegenstand gesichert, entscheiden das Schloss, die zur Verfügung stehende Zeit und die sich eventuell einmischende Umgebung, wie der Diebstahlversuch verläuft.

Die Methoden der Fahrraddiebe

Jedes auf dem Markt erhältliche Schloss hat seine ganz speziellen Eigenheiten und Feinde. In den meisten Fällen hantieren Diebe mit schwerem Werkzeug direkt vor Ort oder tragen das Rad im besten Fall gleich weg, um es an einem geschützten Ort zu knacken. Sogenanntes Picking (darunter versteht man die Aufsperrtechnik zum Öffnen von Schließzylindern (Schlössern), ohne einen dafür passenden Schlüssel zu besitzen und ohne das Schloss zu beschädigen) spielt bei Diebstählen laut dem ADFC kaum eine Rolle. Viel eher gehen die Diebe mit groben und schwerzen Werkzeugen wie Bolzenschere, Seitenschneider, Hammer, Brechrohr, Akku-Flex oder großen Metallsägen vor. Mit dem richtigen Werkzeug ist kein Schloss sicher vor Langfingern.

Der ADFC empfiehlt zur Diebstahlprävention folgende Abstellmöglichkeiten

• Anlehnbügel als Einzel- oder Reihenanlagen mit und ohne Überdachung

• Abschließbare Fahrradboxen, die zugleich Sichtschutz bieten, so dass auch Zubehör und Gepäck gesichert werden kann. Diese werden meist mit einem elektronischem Schlüssel (Chip oder Codekarte) bedient.

• Fahrradparkhäuser und Radstationen, die im Idealfall auch Verleih, Service und Information als weitere Dienstleistungen anbieten.

• In Wohngebäuden sind meist nachträglich keine Abstellanlagen möglich. In diesen Fällen sind in deren Nähe kleinere Anlagen auf privaten Grundstücken oder im Straßenraum denkbar.

Roland Huhn, Leiter Verkehr und Technik des ADFC-Bundesverbandes, hat noch einen besonderen Tipp: "Der ADFC empfiehlt, etwa zehn Prozent des Fahrradkaufpreises in ein Schloss anzulegen. Die Investition lohnt sich, denn ein hochwertiges Schloss hält viele Jahre. „Und weil sich Fahrraddiebe meist auf eine Bauart spezialisieren, sollte man sein Fahrrad am besten mit einem zweiten Schlosstyp an- und abschließen. Auch so verhagelt man Dieben die Aufbruchstimmung“.

Noch mehr Sicherheitstipps gibt es hier vom ADFC oder unseren Anwendungsbeispielen: Wie sicherst du dein Fahrrad mit einem tex–lock richtig?

Bildnachweis:
shotbydave/istockphoto.com



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