stay safe and secured. das tex–lock ist sicher.

05.05.2018 15:24 - Alexandra Baum

Das Feuer der letzten Tage hat uns immer wieder deutlich gemacht wie wichtig es ist über das Thema Sicherheit zu sprechen. Wir sagen: Das tex–lock ist sicher. Wir kommen wir zu dieser Aussage bzw. wie definieren wir Sicherheit.

Laut des ADFCs erfolgen die meisten Diebstähle, weil Fahrräder abgeschlossen und nicht angeschlossen werden. Sie werden einfach weggetragen und die Schlösser werden dann in Ruhe geöffnet. Hier beginnt die Stärke des tex-locks, denn dank seiner Flexibilität kann ein tex—lock wesentlich umfassender Fahrräder anschließen als z.B. herkömmliche Bügelschlösser. Welche Möglichkeiten sich daraus ergeben haben wir hier zusammengefasst. Weiterhin sprechen wir bei dem tex—lock von einer guten, mittleren Sicherheit, die vergleichbar mit Kettenschlössern ist. Auch viele von diesen konnten in Sekunden geöffnet werden. Mit diesem Test setzte sich der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer in Österreich im vergangenen Jahr auseinander und lies einen handelsüblichen 78 cm langen Bolzenschneider auf 15 Testschlösser los. Das Testergebnis lässt sich hier finden. Wer ein tex–lock innerhalb von 32 Sekunden, unabhängig des verwendeten Werkzeugs zerstört, würde sich laut dieser Statistik in einem guten Mittelfeld bewegen. Wie wir selbst aus Berlin erfahren haben, hält das tex—lock dem Bolzenschneider sogar für einige Minuten stand. Mit diesem Ergebnis würden wir die Statistik sprengen. Aber wir relativieren dieses Ergebnis. Gegen den Bolzenschneider hält das tex—lock bei einem Angriff stand, doch unser größter Feind ist die Säge.


Wir möchten dazu aufrufen, die Sicherheit des tex—locks realistisch zu beurteilen und auch mit vorhandenen Stahlprodukten mit mittlerer Sicherheit direkt ins Verhältnis zu setzen. Jedes Schloss hat einen Schwachpunkt und kann mit dem richtigen Werkzeug und der richtigen Technik zerstört werden. Seit das tex—lock als Serienprodukt existiert, haben wir es mit einer Stahlkette verglichen und dem gesamten Produkt eine gute mittlere Sicherheit zugewiesen. Als wir unser Projekt in der Crowdfunding-Phase vorgestellt haben, hatten wir einen Prototyp unseres tex—locks im Kopf, der allen Angriffen mit Handwerkzeugen standhalten sollte. Wir haben diese Vision illustriert und mit allen Kickstartern geteilt. In der weiteren Entwicklung zeigte sich aber, dass zum Start nicht alles an dieser Überlegung zu 100% in die Serienreife zu übersetzen war. Wir haben unsere Unterstützer über diesen Projektverlauf informiert und bei der Markteinführung sehr darauf geachtet die Einschätzung des tex—lock klar zu formulieren.


Unsere eigenen Tests zeigten: Unter realen Bedingungen ist die Aufbruchzeit mit der Säge um ein einiges verlängert! Wir haben uns bei der Prüfung unseres tex—lock an den Vorschriften der DIN EN 15496 orientiert. Diese haben wir bereits in unserem Blogbeitrag „wie sicher ist ein tex–lock“ vorgestellt und auch die Ergebnisse aufgearbeitet. Eine Zertifizierung zu erlangen, wie unsere bestehenden Kollegen am Markt sie besitzen, war aus verschiedenen Gründen nicht möglich, unter anderem auch, weil die DIN Norm für Metallschlösser ausgelegt ist. Ein Textilschloss gab es bisher noch nicht. Die zahlreichen Testläufe, die wir mit unterschiedlichsten Handwerkzeugen durchgeführt haben, lagen zwischen 5 und 0,5 Minuten bis zur Zerstörung.
  
Wir glauben also, dass wir in der Realität unser Sicherheitsversprechen richtig formuliert haben und nie zu große Erwartungen geweckt wurden. Wir haben allerdings unterschätzt, in welche Kerbe wir mit unserer Idee geschlagen haben und, was die Presse mit den übersteigerten Wünschen teilweise daraus gemacht hat. Jeder wünscht sich ein schönes, leichtes und sicheres Schloss, das im besten Falle noch unzerstörbar ist. Wer unsere Beiträge gelesen oder uns persönlich gesprochen hat, kennt den Satz: Nichts ist unzerstörbar! Auch das tex–lock nicht. Wir haben stets betont, dass das tex—lock nicht sicherer ist als Stahlschlösser, sondern mit Stahlschlössern (z.B. Stahlketten) vergleichbar ist! Natürlich waren wir in konkreten Videos zunächst bemüht unsere Stärken zu zeigen, um uns als junges Start-Up am Markt mit einem völlig neuen Konzept zu platzieren und zeigten die Resistenz des textilen Strangs gegenüber verschiedenen Angriffen mit Bolzenschneider, Verdrehen, Zug und Feuer für eine gewisse Zeit. Die grundsätzliche Innovation liegt in der hohen Flexibilität, dem geringen Gewicht (auf die Länge gesehen) und dem neuen Werkstoff Textil. Diesen Standpunkt vertreten wir nach wie vor.
 
Das zur technischen Seite.

Aber noch viel erschreckender waren für uns allerdings die Reaktionen und Entwicklungen, die der mediale Zerstörungssport in kürzester Zeit genommen hat. Auf der einen Seite haben wir unglaublich viel Zuspruch von unserer Community und unseren Fachhändlern erhalten. Dafür möchten wir Danke sagen. Aber auf der anderen Seite haben wir Anfeindungen und eine Polemik als Gründerinnen eines noch jungen Start-Ups erfahren, wie wir sie nie erwartet hätten. Es schien als haben wir mit unserem Textilschloss ein urmännliches Bedürfnis geweckt. Wie kann es sein, dass sich Frauen der männlichen Domäne „Schutz“ und „Sicherheit“ bemächtigen wollen? In den sozialen Kanälen wurden wir überschüttet mit Kommentaren wie:
 


…Das kommt davon wenn Gendermainstreaming auf die reale Welt losgelassen wird! Armes Deutschland ! Die grösste Volksverarsche

…


…hier erfüllen wieder drei Startup-Frauen alle Vorurteile zum Thema Frauen, Startups und technische Kompetenz :) Ich schätze es sehr, wenn mein einfaches Weltbild bestätigt wird … Ich hoffe die haben einen Plan B, evtl. ja heiraten und Kinder zeugen.…


…...

Frauen können vielleicht andere Dinge besser.... Aber aus Entwicklung und Technik sollen die sich raushalten….


…ich würde für die nächste Version eine Cashmere-Seide-Mischung empfehlen, vielleicht mit Schlaufen aus echtem Krokodilleder….




usw.
 


An dieser Stelle war schnell ein Punkt erreicht, wo wir uns nicht nur die Kommentare verwehren, sondern uns auch wehren. Es gab bis zum jetzigen Zeitpunkt kein offizielles Statement, da wir jedem User auf Facebook oder, der uns angeschrieben hat, umfassend und persönlich geantwortet haben. Nicht alle Nachrichten waren derart extrem und abfällig. Aber dennoch lesen sich die Kommentarspalten auf YoTube wie ein schlechter Dreigroschenroman. Wir haben mit vielen Kommentatoren versucht einen konstruktiven Dialog aufzubauen und sind dabei gescheitert. Sexistische Haltungen, die zudem noch den Nährboden für rechtspolitische Propaganda bieten, sind uns absolut zuwider und bedürfen keiner weiteren Plattform, sowie Erwähnung. Eine Genderdebatte auf Grundlage eines Fahrradschlosses auszuhandeln, entsagt jeglicher Vernunft. Ebenso wie Spam, der uns immer wieder auf die gleichen Inhalte aufmerksam macht zu denen wir uns schon geäußert haben. Aus diesem Grund haben wir uns auch dafür entschieden diese Kommentare zu verbergen. Für uns ist das tex–lock neben dem Produkt auch eine Haltung und ein Bekenntnis zu Innovation, Vielfalt und gegenseitigem Respekt.
 


Das tex—lock ist ein völlig neues und auch junges Produkt, das wir ausgehend von einem Prototypen innerhalb von acht Monaten zur Serienreife in Leipzig entwickelt haben. Sprich: Wir haben einen Manufakturbetrieb aufgebaut, Lieferanten ausgewählt, Prozesse zur Fertigung entwickelt, Arbeitsplätze integriert und ein Unternehmen mit klaren Mitarbeiterrollen gegründet. Wir sehen in dem Aufbau noch viel Entwicklungspotenzial für verschiedenste Anwendungen und entwickeln den nächsten Schritt. Aktuell sind wir mit unabhängigen Stellen in Kontakt, um das Thema Sicherheit und Prüfung weiter voranzutreiben und neue Ansätze zu finden, um den Schutz zu verbessern. Dabei werden neue Materialien und Funktionen mit einbezogen. Auch die Punkte Elektronik, Alarm und Sensorik werden Gehör im nächsten Innovationsschritt finden, den wir noch in diesem Jahr veröffentlichen. Wer mit uns sachlich und fundiert in einen Austausch treten will, kann dies weiterhin jederzeit tun. Für Anregungen und Ideen sind wir jederzeit offen! Wir stehen zu unserem Produkt und können auch ruhigen Gewissens jedem Käufer viel Freude damit wünschen.



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